





Workshops
Grafische Darstellung der eigenen Geschichte
Grafische Darstellung der eigenen Geschichte
Migrantas lädt MigrantInnen dazu ein, in Workshops gemeinsam über die Migration zu reflektieren. Als Anregung werden die Ergebnisse von früheren Workshops und Arbeiten von Migrantas gezeigt. Durch die Auseinandersetzung mit Erfahrungen anderer Migranten und das Nachdenken über die komplexen Prozesse, die hinter der eigenen Migration stehen, kann die eigene Biografie besser verstanden werden. Statt als einzelnes, individuelles Schicksal können die TeilnehmerInnen ihr eigenes Leben als Teil von größeren politischen Entwicklungen deuten. Nach der Diskussion stellen die TeilnehmerInnen ihr Leben als MigrantInnen in Zeichnungen dar. Zum Abschluss werden alle Zeichnung gezeigt und in der Gruppe kommentiert.

Der Prozess
Von Zeichnungen zu Piktogrammen
Von Zeichnungen zu Piktogrammen
Ausgehend on Zeichnungen, die in den Workshops entstehen, wird von Migrantas eine Serie von Piktogrammen entworfen. Sie beziehen sich visuell und konzeptuell auf die Ideen, die die Teilnehmerinnen zum Ausdruck gebracht haben. Um Schlüsselemente und Gemeinsamkeiten zu identifizieren, werden sämtliche Zeichnungen sorgfältig analysiert. Dabei lassen sich wiederkehrende Themen aufweisen: Das Bewusstsein einer vielseitigen kulturellen Identität, das Gefühl der Zerrissenheit zwischen der alten und der neuen Heimat, die Sorge um die Zukunft der Kinder sind zum Beispiel Fragen, die MigrantInnen der unterschiedlichsten Hintergründe betreffen. Durch die Piktogramme wird eine grafische Synthese dieser Themen erreicht, die gleichzeitig die Absicht der Originalzeichnung berücksichtigt.

Piktogramme
Schlichtheit und Ausdruckskraft
Die visuelle Sprache von Migrantas basiert auf Piktogrammen. Diese schlichten Bilder kombinieren Synthese und Ausdruckskraft. Ihr einfaches, universell verständliches Design ermöglicht es, eine Breite von Emotionen zu vermitteln. Ihre Botschaft ist anonym und persönlich zugleich, so dass Menschen aus unterschiedlichster Herkunft sich darin wieder erkennen können. Piktogramme sind jenseits kultureller Einzigartigkeiten verständlich, sie sind die visuelle Sprache der globalisierten Welt.


Ergebnisse
Anerkennung und Sichtbarkeit
Die Ausstellungen und Veranstaltungen, die im Rahmen der Migrantas-Projekte stattfinden, sollen einen Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen der verschiedenen Workshops und eine gemeinsame Auswertung ermöglichen. Auf diese Weise wirken die Überlegungen und Emotionen der MigrantInnen über den Raum, in dem sie entstanden sind, hinweg. Durch die Sichtbarmachung im öffentlichen Raum werden die TeilnehmerInnen als Subjekte anerkannt. Den Besuchern der Ausstellung wird die Gelegenheit geboten, sich den Erfahrungen und Empfindungen von MigrantInnen zu nähern, sowie durch ihr eigene Zeichnungen ihre Ideen zum Thema auszudrücken.

Urbane Aktinen
Teil der städtischen Landschaft
Teil der städtischen Landschaft
Die Sichtbarmachung der Piktogramme im öffentlichen Raum ist ein wesentliches Ziel der Arbeit von Migrantas. Verschiedene Medien kommen zum Einsatz: Die Piktogramme erscheinen auf Werbeplakaten, als digitale Animationen im U-Bahn-Fernsehen, auf Flyern oder auf Tragetaschen. Dahinter steckt immer die Absicht, die Überlegungen und Empfindungen der MigrantInnen in die Stadt zu integrieren. Die Bilder und Texte der MigrantInnen werden Teil der urbanen Landschaft: Die Stadt spricht von ihnen. Gerade für jene Frauen, die in ihren Kulturkreisen auf den privaten Bereich des Haushalts begrenzt werden, ist die Sichtbarmachung ihrer Produktionen von großer Bedeutung. Die urbane Installation regt die Fußgänger zur Stellungnahme an, die dadurch das Werk vervollständigen.
Projekte
Proyecto Ausländer | Berlin-Buenos Aires 2003/2004 Realisation einer Serie von 12 Piktogrammen (Berlin). Installation in Backlight-Werbestellen im Zentrum von Buenos Aires (Dez 2003-Jan 2004). Veröffentlichung von 700 Heften (Verlag Asunto Impreso, ISBN 9789505330010, ausverkauft). Mit freundliche Unterstützung von Publicidad Sarmiento.
Integration Lauter Bilder von Migrantinnen in Berlin | Berlin 2005 Durchführung von 11 Workshops mit Frauen aus 19 verschiedenen Ländern. Realisation einer Serie von 21 Piktogrammen. Ausstellung in der Galerie im Saalbau (Sep-Okt 2005) und Installation dreier großformatigen Plakaten an 90 Bushaltestellen und 3 Werbeflächen in Kreuzberg und Neukölln. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und das Kulturamt Neukölln.
Interkulturelle Werkstatt Netzwerke von Berliner Migrantinnen und Künstlerinnen fördern | Berlin 2006 Etablierung von Netzwerken mit MigrantInnen Vereinen. Realisierung von 8 Workshops. Kampagne mit 29.000 freien Postkarten vertrieben in 450 Berliner Gastronomie stätten. Produktion von 300 Tragetaschen. Teilnahme an der Ausstellung „Stadt der Frauen“ (Kommunale Galerie, Charlottenburg-Wilmersdorf, Nov-Dez 2006). Gefördert durch das Land Berlin und den Europäischen Sozialfonds (EFS).
Bilder bewegen Interkulturalität und Migration im Alltag in Bewegung setzen | Berlin 2006 Realisierung von 5 Workshops. Kampagne mit digitalen Animationen am U-Bahn Fernsehen auf allen Linien des Berliner Netzes, 21. - 25.Nov. Installation am Schaufenster der Galerie im Saalbau, Berlin-Neukölln. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und das Kulturamt Neukölln.
Bilder bewegen II | Berlin 2006 Kampagne unter der Schirm der Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen, eine Initiative des deutschen und des türkischen Außenministern. Digitale Animation am U-Bahn Fernsehen, 18.- 23. Dez
Migrantas sind:
Marula Di Como
Geboren in Buenos Aires in 1963, lebt in Berlin seit 2002. Künstlerin.
Florencia Young
Geboren in Buenos Aires in 1965, lebt in Berlin seit 2002. Grafik Designerin (UBA).
Estela Schindel
Geboren in Buenos Aires in 1968, lebt in Berlin seit 1999. Soziologin.